Etschberg im Remigiusland

- Geschichte und Wissenswertes -

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Das Wappen

wappen

Das Wappen zeigt auf silbernem Grund und gewölbtem grünen Boden einen knieenden grün gekleideten Jäger mit roter Feder am Hut, goldenem Gürtel und blauen Schuhen, in der Hand einen gespannten goldenen Bogen mit goldenem Pfeil und blauer Pfeilspitze.
Das Wappen geht auf ein Siegel vom 22. März 1729 zurück. Es ist anzunehmen, dass der Schütze im Etschberger Wappen auf den Wildreichtum der Gemarkung hindeuten soll.

 

Die Lage

Die Ortsgemeinde Etschberg liegt im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört zur Verbandsgemeinde Kusel.
Einwohner: 678 (2015)
Gemarkung: 345 ha, davon 107 ha Wald
Etschberg liegt an der nördlichen Abdachung eines vom Kreuzberg (Odersberg) in südöstlicher Richtung auslaufenden Höhenrückens. Der Rödelsbach berüht das Dorf am Nordrand und fließt dann in östlicher Richtung dem Glan zu.
Vom Odersberg hat man einen herrlichen Blick über das von Obstbäumen eingebettete Dorf. Eingerahmt vom Remigiusberg mit Kirche und Burgruine sowie dem Potzberg, dem König des Westrichs, bietet es dem Betrachter ein wohl einmaliges Bild.
Die gesamte Umgebung erschließt sich dem Auge in reicher Abwechslung von Bergen und Tälern mit Wäldern, Wiesen und Äckern. ..|nach oben|..
Etschberg vom Remigiusberg

Ersterwähnung und Name

Am 14. Juni 1364 wird unser Ort erstmals urkundlich als Etzberg erwähnt.
Für die Entstehung des Orsnamens gibt es zwei Deutungen. Nach der einen ist das Dorf nach dem ersten Bewohner des Berghanges
benannt, der wahrscheinlich Hezo oder Etzo geheißen hat. Des ersten Siedlers Wohn- und Lebensraum war demnach Etzo's Berg,
woraus Etzberg und schließlich Etschberg geworden ist.
Die zweite Deutung führt das Bestimmungswort Etsch auf etzen oder atzen zurück, was soviel wie wie äsen, weiden oder abweiden
bedeutet. Demnach entstand das Dorf auf einem Etzberg, also einem als Viehweide dienendem Berg.

Etschberg gehörte bis 1444 zur Grafschaft Veldenz und von 1444 - 1797 zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken (Amt Lichtenberg,
Schultheißerei Pfeffelbach). nach der französischen Revolution kam die Pfalz an Frankreich. Etschberg gehörte zum Departement
Saar, Kanton Kusel. 1814 gelangte unser Gebiet unter bayerisch-österreichische Verwaltung und 1816 unter bayerische Herrschaft.
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Die Bewohner

Getreideernte Über Jahrhunderte hinweg war das Leben in unserem Dorf von der Landwirt-
schaft geprägt. Nur wenige Männer fanden Arbeit in den Etschberger Kalk-
gruben sowie den Erz- und Quecksilbergruben am Potzberg.
Erst die Hartsteinindustrie am Remigiusberg, die in der zweiten Hälfte des
vorigen Jahrhunderts mit der Eröffnung der Eisenbahnen einen großen
Aufschwung erfuhr, brachte den Etschbergern besseren Verdienst.
Da der Verdienst kaum ausreichte, eine Familie zu ernähren, bewirtschafteten
viele Arbeiter nebenbei noch einige Äcker und hielten sich Kühe oder Ziegen
und Kleinvieh. Wenn sie abends von ihrem anstrengenden Arbeitstag nach Hause
kamen, begann nach kurzer Rast die Arbeit auf dem Feld.

Nach dem 1. Weltkrieg verließen viele Arbeiter die Hartsteinbrüche, da in den saarländischen und lothringischen Kohlegruben und
Hüttenwerken der Frankenverdienst lockte. Die meisten kehrten jedoch nach der Inflation wieder an ihre alte Arbeitsstelle zurück.
Nach dem 2. Weltkrieg setzte wiederum eine Abwanderung nach den Kohlegruben und Eisenwerken des Saarlandes ein.

Außerdem gab es in den amerikanischen Depots in Miesau, Ramstein und
Baumholder neue Verdienstmöglichkeiten, so dass nur noch wenige in den
Hartsteinbrüchen blieben.
Die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe sind nach und nach verschwunden, lediglich noch ein Betrieb, eine Schäferei, wird hauptberuflich bewirt-
schaftet.
Heute ist Etschberg ein Wohnort von Menschen, die zum größten Teil außer-
halb des Ortes dem Broterwerb nachgehen müssen. ..|nach oben|..

Arbeiter im Steinbruch

Das Musikantengewerbe

Etschberger Musikanten

Etschberg gehört zu den sogenannten Musikantendörfern im Kuseler
Musikantenland
und war die Hochburg im Südkreis. In den Jahren 1815 -
1914 bereisten nahezu 100 Musiker des Dorfes die ganze Welt. Die
bekanntesten Musikerfamilien waren Rech und Kartarius. ..|nach oben|..

Baumaßnahmen

Mitte der 1950er Jahre begann in unserem Dorf ein systematischer Aufbau Bauzeit Kosten
Neubau der Kanalisation mit mech. und biolog. Kläranlage 1957 - 1961 322.400,-- DM
Erneuerung der Gesamtwasserversorgungsanlage mit Hochbehälter und Zwischenpumpwerk 1962 -1968 619.000,-- DM
Wirtschaftswegebauten:    
Zur Hub 1961 - 1962 132.500,-- DM
Stegwiesen, Eisenb. 1968 - 1969 137.700,-- DM
Am Rutzenbusch 1975 100.000,-- DM
Straßenbau:    
Haschbach-Etschberg jetzt K 17 1956 83.000,-- DM
Etschberg-Schellweiler jetzt K17 1963 151.000,-- DM
Innerortsstraßenbau 1963 - 1971 539.400,-- DM
Neubau Friedhofshalle 1968 - 1969 60.800,-- DM
Sportplatzbau 1963 - 1970 141.000,-- DM
Kinderspielplatz 1973 46.000,-- DM

Unser Dorf soll schöner werden

Nachdem die vorgenannten Maßnahmen alle durchgeführt waren, beteiligte man sich erstmals 1972 und in den darauffolgenden Jahren am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden".
So wurde Etschberg neben vielen guten Platzierungen bis 1981 je viermal erster Kreissieger, 2. Bezirkssieger und 2. Landessieger.
Besonders hervorzuheben sind die unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden und der einzigartige Gemeinschaftsgeist der Etschberger Bürger, ohne die diese Erfolge unmöglich gewesen wären.
Zum großen Teil in Eigenleistung wurden die Friedhofshalle, der neue Sport platz mit Sportheim sowie das Dorfgemeinschaftshaus mit Mehrzweckhalle gebaut. Der Kinderspielplatz, die Grillhütte und der Dorfbrunnen wurden komplett in eigener Regie hergestellt.
Wiesenweg

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Das Dorfgemeinschaftshaus

Dorfgemeinschaftshaus Am 25. Juni 1983 konnte das Etschberger Dorfgemeinschaftshaus seiner Bestimmung übergeben werden. Es gliedert sich in seiner Gesamtheit in zwei Teilbereiche:
1. Das im Jahre 1938 eingeweihte Schulhaus wurde umgebaut. Im Erdgeschoß ent-
standen ein Gastwirtschaftsraum und ein Nebenzimmer für Familienfeiern und Ver- einsversammlungen, im Obergeschoß ein Sitzungsraum und ein Raum, der für kirch- liche Zwecke sowie für Proben des Musik- und Gesangvereins genutzt wird. Im Keller- geschoß war bis vor einigen Jahren noch ein Clubraum und eine Schießanlage des Schützenvereins untergebracht.
2. An das umgestaltete Schulhaus wurde eine Mehrzweckhalle mit einer Bühne für Theater- und Musikaufführungen, Nebenräumen, moderner Küche, Umkleideräumen mit Duschen, Toiletten und einem Abstellraum angebaut. Dieser Komplex wurde durch zwei Mauerdurchbrüche mit dem ehemaligen Schulhaus verbunden.
Das gesamt Projekt erforderte einen Kostenaufwand von rund 900.000,-- DM.
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Die Mehrzweckhalle

Die Wüstung Leidsthal

Der ehemalige Ort Leidenstall, dessen Name noch heute in dem Flurnamen Leidstaler Hube zu erkennen ist, lag im Süden der Ge-
markung von Etschberg bereits auf der Gemarkung von Rehweiler. Er wurde bereits 1270 als Leudenstall erwähnt, wobei an den Hof
(Stall bedeutet Stelle, Ort) eines Luido zu denken ist. Die Umwandlung -stall in Tal erfolgte erst in späterer Zeit. Spätere Namens-
nennungen sind Laidensthal (1446), Laidsthal (1484), und Leidsthal (1588). Die Nennung von 1588 bezieht sich auf der Beschreibung
des Oberamtes Lichtenberg von Johannes Hofmann. Zu seiner Zeit war das Dorf bereits untergegangen, es soll niedergebrannt sein,
als alle Bewohner zum Gottesdienst nach Kusel gegangen waren. Schon damals stand wieder ein Gebäude im weiteren Bereich des
ehemaligen Dorfes auf der Gemarkung von Etschberg, das so genannte Hubehaus, von dem aus der umliegende Wald bewacht wurde.
Später stand an dieser Stelle ein Bauernhaus, in dem sich bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts eine Gastwirtschaft befand.
Dieses Bauernhaus und ein in den 1950er Jahren daneben errichtetes Wohnhaus sind heute noch bewohnt. ..|nach oben|..

Bedeutende Persönlichkeiten

Christian Forsch

Christian Forsch (*1869 Burg Lichtenberg, + 1944 in Etschberg)

Nagelschmied bis zum Ende des ersten Weltkrieges, schrieb neben
seiner handwerklichen Arbeit viele Gedichte, veröffentlicht in zwei
Büchlein unter dem Titel Ernste und heitere Stunden.
Die letzte Zeit seines Lebens verbrachte Forsch in Etschberg.

Ernst Rech Ernst Rech (*1876 in Etschberg, + 1955 in Kusel)

Musiker studierte ab 1890 zehn Jahre lang am Konservatorium Würzburg,
war dort anschließend Lehrer, Konzertmeister beim Rheinischen Orchester
in Dortmund, ab 1903 Hofmusikus und Prinzenerzieher in München,
wurde nach dem ersten Weltkrieg Kammermusiker und Violinvirtuose an
der Staatsoper in München. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ging
er in Pension, kehrte später nach Etschberg zurück, wurde Ehrenmitglied
des Musikvereins Kusel, starb 1955 im Krankenhaus Kusel.
Alfons Schneider Alfons Schneider (*1903 in Etschberg, + 1983 in Wachenheim)

Lehrer, Schriftsteller, Heimatdichter, unterrichtete u.a. in Kusel,
Frankenthal und Landau, war Offizier im zweiten Weltkrieg, nach dem
Krieg Konrektor und Rektor in Bad Dürkheim. Nebenberuflich schrieb er
viele Artikel zur Heimatgeschichte, verfasste auch zahlreiche Gedichte.
Außerdem war er ein Protagonist der Camping-Bewegung und Anhänger der
Naturheilmethode nach Pastor Kneipp, rief 27 Kneippvereine ins Leben.
Margit Conrad Margit Conrad (*1952 in Etschberg)

Margit Conrad ist die Tochter des langjährigen Ortsbürgermeisters Karl
Conrad. Sie studierte Medizin und Soziologie, war Ärztin, ging aber in
die Politik, wurde Bundestagsabgeordnete und 1991 Bürgermeisterin von
Saarbrücken, im Landtag des Saarlandes Dezernentin für Umwelt, Gesund-
heit und Recht, 2001 Umweltministerin in Rheinland-Pfalz. mehr...
Ernst Diehl Ernst Diehl (*1949 in Etschberg)

Ernst Diehl war von 1967 bis 1978 Bundesligaspieler beim 1. FC
Kaiserslautern.
Insgesamt brachte er es in dieser Zeit auf 320 Bundesligaspiele. Durch
einen Innenbandschaden am Knie kam für den einstmals jüngsten
Bundesligaspieler im Alter von 28 Jahren das sportliche Aus.
Danach übernahm der ehemalige Bewacher von Uwe Seeler und Gerd
Müller das Amt des Nachwuchstrainers beim 1.FCK.

Auch die Vorfahren des Ex- Bundesbankpräsidenten Axel Weber stammen aus Etschberg. ..|nach oben|..

Kultur und Brauchtum

Kerwe 2012 Das kulturelle Leben im Dorf wird zum großen Teil durch die Vereine bestimmt.
Veranstaltungen finden im Dorfgemeinschaftshaus statt.
Altes Brauchtum wird immer noch gepflegt, vor allem die Kerwe, die am dritten Wochenende im August gefeiert wird.
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Das Vereinswesen

Die folgenden Vereine bestehen derzeit in Etschberg:

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